In einer Welt, in der soziale Medienplattformen (z. B. LinkedIn, Twitter/X, YouTube, TikTok etc.) von der nächsten großen Geschäftsidee überflutet werden, hat sich das Shiny-Object-Syndrome (SOS) wie ein Virus unter Unternehmern, Geschäftsinhabern und Führungskräften auf höchster Ebene verbreitet.
Du fragst dich, was damit gemeint ist?
Das Shiny-Object-Syndrome beschreibt die unwiderstehliche Anziehungskraft zu neuen Projekten, neuer Technologie und neuen Trends – und das auf Kosten von langfristigen Zielen und einer klaren Gesamtstrategie.
Man kann es als Achillesferse des Unternehmers sehen: Die Fähigkeit, neue Chancen zu erkunden, ist zugleich eine Schwäche, wenn es darum geht, den Fokus zu behalten.
| Begriff | Definition |
| Shiny-Object-Syndrome | Eine Gewohnheit, bei der Unternehmer und Geschäftsinhaber neuen Möglichkeiten, Technologien oder Trends nachjagen – auf Kosten langfristiger Fokussierung und des eigenen Wohlbefindens. |
Warum ist das Shiny-Object-Syndrome ein Problem?
Startups, die Raketen der kleinen Unternehmenswelt, sind besonders anfällig. Ein einziger neuer Reiz kann euch aus der Bahn werfen, zu Prokrastination und einem Mangel an Fokus führen. Ein kurzer Scroll durch LinkedIn, und schon tauchst du in den neuesten Podcast oder Forbes-Artikel ein, der die angebliche Geheimzutat für Geschäftserfolg enthüllt.
Denk daran: Die Stärke eines Startups hängt davon ab, wie tief es in eine bestimmte Nische passt und wie gezielt ein spezifisches Problem gelöst wird!
Im Gegensatz zu großen Unternehmen können Startups sich extrem spezialisieren und dadurch Kunden von größeren Mitbewerbern gewinnen. Sobald du dem Shiny-Object-Syndrome nachgibst, riskierst du die Zukunft deines Startups.
Genau – das Shiny-Object-Syndrome kann Startups wie der Sensenmann dahinraffen.
Als Gründer eines kleinen Unternehmens kenne ich aus erster Hand die verschiedenen Arten, wie das Shiny-Object-Syndrome Sand ins Getriebe bringen und unnötige Brände im Arbeitsalltag entfachen kann. Deshalb möchte ich darüber sprechen, auf welche drei Arten mich das Shiny-Object-Syndrome vom Kurs abgebracht hat:
- Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
- Ressourcenverschwendung
- Opportunitätskosten
1. Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das ständige Hinterherjagen kann ernste Folgen für die psychische Gesundheit haben. Der Stress, ständig neue Initiativen und Projekte zu starten, ist alles andere als förderlich für das Wohlbefinden von Unternehmern.
Forschungen zeigen, dass man beim Wechseln zwischen Kontexten jedes Mal bis zu 25 Minuten an Produktivität verliert (Fuze, 2013). Angenommen, du hast nur 8 Arbeitsstunden am Tag, dann frisst jeder Wechsel 5 % deiner geistigen Kapazität.
Und: Die Forschung der Cornell University zeigt erschreckende Zahlen: 45 % der Befragten sagen, dass das Wechseln zwischen Kontexten sie weniger produktiv macht, und 43 % berichten von Erschöpfung durch ständiges Wechseln der Aufgaben.
Kein Wunder, dass uns das Shiny-Object-Syndrome müde macht wie ein Hund, der seinem eigenen Schwanz hinterher jagt!
2. Ressourcenverschwendung
Stell dir vor: Du arbeitest gerade an einem neuen Produkt – und zack! Ein neuer SEO-Trend lenkt dich ab, und schon ist dein gesamter Arbeitsablauf durcheinander.
Die Zeit, die es kostet, eine neue Idee zu untersuchen, ihr Potenzial abzuschätzen und die Kosten zu kalkulieren – all das ist Arbeit, auch wenn am Ende nichts Zählbares herauskommt. Und diese Arbeit kostet echte Ressourcen!
Deshalb ist eine klare Produktphilosophie sowie eine stabile Produktstrategie so wichtig: Sie sorgen für Fokus und verhindern von vornherein Ressourcenverschwendung.
3. Opportunitätskosten
Als Startup-Gründer solltest du ein Meister im Zeitmanagement sein. Das ständige Jagen nach dem nächsten glänzenden Objekt führt dazu, dass wichtige Aufgaben manchmal hintenüberfallen.
Denk daran: Jede Stunde, die du auf Nebenschauplätzen verbringst, ist eine Stunde, die du deinen Wettbewerbern schenkst. Und die brauchen nicht auch noch zusätzliche Munition von dir!
Außerdem lautet die Frage fast nie: „Bringt diese neue Richtung unseren Kunden einen Mehrwert?“ Die Antwort darauf ist nahezu immer: Ja.
Doch eigentlich sollten wir uns fragen: „Bringt diese neue Richtung mehr Wert als das, woran wir gerade arbeiten?“
In den meisten Fällen lautet die Antwort: „Nein.“
| Problemfeld | Auswirkung auf das Startup |
| Psychische Gesundheit | Verringerung des Wohlbefindens und des Fokus. |
| Ressourcenverschwendung | Wirft Arbeitsabläufe und Priorisierung aus der Bahn. |
| Opportunitätskosten | Verpasste langfristige Ziele und Chancen. |
Statistik-Überblick:
Laut Forbes scheitern etwa 90 % aller Startups, wobei mangelnder Fokus und schlechtes Zeitmanagement ein wesentlicher Grund sind. Anders gesagt: Das SOS könnte dein Unternehmen wirklich untergehen lassen!
Quelle: Forbes
Das Erkennen des "Shiny Object Syndrome"
Bevor du das "Shiny Object Syndrome" überwinden kannst, musst du erkennen, dass es geschieht. Glaub mir, es ist wie FOMO, nur für Unternehmer, Startup-Enthusiasten und andere Produktmanagement-Profis.
Anzeichen, dass du am "Shiny Object Syndrome" leidest
- Niemals endende To-Do-Liste: Wenn deine To-Do-Liste mehrere nie angefangene neue Projekte enthält, bist du in Schwierigkeiten.
- Soziale Medien als Auslöser: Beim Scrollen durch LinkedIn entstehen mehr Geschäftsideen, als du bewältigen kannst.
- Aufregung statt Umsetzung: Du bist von neuen Möglichkeiten mehr begeistert als davon, deine bestehenden Strategien umzusetzen.
Anzeichen, dass du für einen Gründer mit "Shiny Object Syndrome" arbeitest
- Projektmanagement-Chaos: Der Fokus liegt immer auf dem neuesten Projekt, nie darauf, etwas zu Ende zu bringen.
- Widersprüchliche Anweisungen: In der einen Woche steht ein neues Produkt im Mittelpunkt, in der nächsten soll plötzlich die Suchmaschinenoptimierung verbessert werden.
- Mangelnde Kohärenz: Es gibt keine langfristige Strategie, nur eine Reihe kurzfristiger Initiativen.
| Anzeichen | Selbst-Diagnose | Gründer-Diagnose |
| 1 | Niemals endende To-Do-Liste | Projektmanagement-Chaos |
| 2 | LinkedIn löst FOMO aus | Widersprüchliche Anweisungen |
| 3 | Aufregung statt Umsetzung | Mangelnde Kohärenz |
Die Heilung des "Shiny Object Syndrome"
Du weißt doch, wie Sport, Schlaf und gesunde Ernährung dich vom Sensenmann fernhalten?
Dasselbe können wir auch für unsere Startups tun. Hier ist ein Playbook, um das "Shiny Object Syndrome" zu überwinden und dein kleines Unternehmen in eine fokussierte Erfolgsgeschichte zu verwandeln.
1. Rücksichtslose Priorisierung
Nutze Mentalmodelle wie das Eisenhower-Prinzip, um bei der Priorisierung zu helfen und dringende Aufgaben von bloßen Trends zu unterscheiden. Eine weitere Strategie ist die Verwendung eines Frameworks wie der RICE-Methode.
Möchtest du noch weiter gehen? Dann sieh dir diese kuratierte Auswahl an Priorisierungssoftware an.
2. Neue Initiativen begrenzen
Filtere alle neuen Möglichkeiten und Trends durch deine bestehenden Unternehmensziele und verfolge nur das, was wirklich passt. Du kannst zum Beispiel ein Kanban-Board verwenden und eine künstliche Grenze setzen: "Wie viele Projekte dürfen wir gleichzeitig angehen?"
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Mich selbst auf die Top 3 Initiativen zu beschränken, hat mein Leben deutlich stressfreier gemacht.
3. Verantwortlichkeit fördern
Verantwortlichkeit heilt das SOS schneller, als du "ChatGPT" sagen kannst. Lege Messgrößen fest und kontrolliere deinen Fortschritt. Stellst du fest, dass eine neue Idee die Kennzahlen nicht verändert, ist es Zeit, sie loszulassen.
| Heilmittel | Beschreibung |
| Priorisierung | Verwende Tools, um dringende Aufgaben von Ablenkungen zu trennen. |
| Initiativen begrenzen | Bleibe bei neuen Chancen an den Unternehmenszielen. |
| Verantwortlichkeit | Setze auf Messgrößen und Nachverfolgung. |
Abschließende Gedanken
Das "Shiny Object Syndrome" ist nicht nur Startup-Slang, sondern eine echte geschäftliche Herausforderung, die deinen Fokus, Arbeitsabläufe und letztlich deinen Erfolg beeinträchtigen kann.
Aber keine Sorge! Mit konsequenter Priorisierung, intelligentem Projektmanagement und einem festen Blick auf die langfristigen Ziele kannst du die Verlockung des Neuen in eine Leidenschaft für nachhaltiges Wachstum verwandeln.
Es geht nicht um das nächste glänzende Objekt, sondern um das große Ganze. Indem wir uns auf den größten Schmerz unserer wertvollsten Kunden als unseren Leitstern konzentrieren, werden wir in unserer Umsetzung viel weniger schwanken.
Erinnere dich an die Forbes-Statistik, die ich vorhin erwähnte, nach der mangelnder Fokus das Scheitern vieler Startups verursacht? Lass uns diese Statistik mit eigenen Händen verändern und das Schicksal unseres Startups selbst bestimmen!
Niemand hat je gesagt, dass es leicht ist, dem Tod des Startups zu entkommen – aber es lohnt sich auf jeden Fall.
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