Das endlose Product Backlog, das in Ihrer Karriere als Produktmanager:in immer präsent sein wird, kann schwierig zu überblicken sein. Doch mit einem Feature-Priorisierungsmodell können Sie Ihr Team gezielt führen. Wie bestimmen Sie, welche Aufgaben ganz oben auf der To-Do-Liste stehen sollten? Hier kommt das Value-vs-Effort-Modell ins Spiel.
Was ist „Value versus Effort“ im Produktmanagement?
Wenn Sie im Produktmanagement arbeiten, fühlt sich jede Aufgabe wie eine Priorität an und das Product Backlog kann überwältigend sein. Glücklicherweise gibt es verschiedene Priorisierungsmodelle wie RICE, Eisenhower Matrix, MoSCoW und die Value-vs-Effort-Matrix, die Ihnen helfen – auf die wir gleich noch eingehen werden.
Jede Aufgabe oder jedes Feature hat einen bestimmten geschäftlichen Wert. Während manche unerlässlich erscheinen, beanspruchen sie viel Zeit und Ressourcen, ohne große Rendite zu versprechen. Das richtige Gleichgewicht zwischen Nutzen und Aufwand kann entscheidend sein.
Eine vereinfachte Definition von Value versus Effort
Betrachten Sie die Value-vs-Effort-Methode als die Waage der Gerechtigkeit im Produktmanagement:
„Es ist der Akt, den potenziellen ROI einer Aufgabe gegen die erforderlichen Ressourcen abzuwägen, um sicherzustellen, dass die wertvollsten Aufgaben Vorrang erhalten.“
Wie Sie die Value-vs-Effort-Matrix nutzen, um Ihre Produktentwicklungs-Roadmap zu steuern
- Listen Sie alle Features und Aufgaben auf: Schreiben Sie alles aus Ihrem Product Backlog auf. Der erste Schritt zur Priorisierung ist Transparenz.
- Bewerten Sie den Wert: Stimmen Sie sich mit Stakeholdern ab und nutzen Sie etablierte Metriken, um den potentiellen Wert zu ermitteln. Manchmal haben Aufgaben, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, großes Potenzial, wenn man sie im Hinblick auf langfristige Ziele oder aus der Perspektive der Stakeholder betrachtet.
- Bewerten Sie den Aufwand: Nutzen Sie ein Modell oder eine Methode zur Einschätzung des Aufwands, den Sie für jede Aufgabe benötigen. Produktmanagement-Tools wie Jira sind hier sehr hilfreich, da sie Vorlagen und automatisierte Bewertungen auf Basis historischer Daten bieten.
- Visualisieren und priorisieren: Mit der Value-vs-Effort-Matrix können Sie jede Aufgabe in Quadranten einteilen. Diese Visualisierung ist ein klares Werkzeug für Entscheidungsfindung:
- Schnelle Erfolge (hoher Wert, geringer Aufwand): Diese Aufgaben versprechen schnelle Ergebnisse. Sie sind wie die tiefhängenden Früchte – leicht umzusetzen und sie bringen gute Renditen.
- Große Wetten (hoher Wert, hoher Aufwand): Diese Aufgaben oder Initiativen sind langfristige Investitionen. Sie benötigen viele Ressourcen und oft einen längeren Zeitraum, doch ihr Potenzial ist enorm. Hier geht es etwa um neue Produktlinien oder das Erschließen neuer Märkte.
- Vielleicht (geringer Wert, geringer Aufwand): Oft als Lückenfüller bezeichnet, beeinflussen diese Aufgaben die Entwicklung des Produkts kaum, können aber bei Gelegenheit oder zur Umsetzung kleiner Verbesserungen angegangen werden.
- Ressourcenfresser (geringer Wert, hoher Aufwand): Vorsicht bei diesen Aufgaben. Sie wirken zwar wichtig, verschlingen aber Ressourcen und liefern kaum Gegenwert. Im Produktmanagement sind sie das sprichwörtliche Treibsand.
- Vorlagen und Tools: Moderne Produktmanager haben eine große Auswahl an Hilfsmitteln. Egal, ob Sie Aufgaben auf einer Eisenhower-Matrix abbilden oder MoSCoW zur Kategorisierung nutzen – es gibt zahlreiche Vorlagen, um den Priorisierungsprozess zu vereinfachen.
Wie Sie Value vs Effort in der Produktentwicklung bewerten
Produktteams jonglieren ständig mit verschiedenen Aufgaben. Ihre Produkt-Roadmap entwickelt sich weiter, um Marktveränderungen, Stakeholder-Feedback und interne Innovationen abzubilden. Hier folgt ein bewährter Ansatz:
- Stakeholder-Interviews: Diese Gespräche sind mehr als nur Routine. Sie liefern wertvolle Einblicke und erfassen das Bauchgefühl derjenigen, die mit den Marktanforderungen und Unternehmenszielen eng vertraut sind.
- Nutzerfeedback: Nutzer betrachten das Produkt oft aus einer anderen Perspektive als interne Teams. Ihr Feedback – Lob wie Kritik – ist eine echte Fundgrube.
- Aufwandsschätzung: Tools und Priorisierungstechniken helfen, den erforderlichen Aufwand abzuschätzen. Über die reine Bewertung hinaus liefern Kontextwissen und potenzielle Hindernisse ein klareres Bild.
- Datenanalyse: Kennzahlen geben eine neutrale Einschätzung dessen, was funktioniert und was nicht. In einer Zeit datengestützter Entscheidungen sind Analytics für jedes Produktteam unverzichtbar.
- Regelmäßiges Überprüfen und Anpassen: Der dynamische Markt und sich verändernde Nutzerbedürfnisse erfordern Agilität. Überprüfen Sie Aufgaben regelmäßig, um die Ausrichtung mit den aktuellen Unternehmenszielen sicherzustellen.
Das Wert-gegen-Aufwand-Framework stellt sicher, dass jeder Schritt überlegt und zielgerichtet erfolgt. Es kann Klarheit in Bezug auf die Produktstrategie bringen und ermöglicht es Ihnen außerdem, Ihre Strategie wirkungsvoll an Stakeholder und das gesamte Team zu kommunizieren.
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