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Wenn Sie Product Manager sind, wissen Sie, dass Nutzerfeedback der Treibstoff für gute Entscheidungen ist – und dass es in vielen Formen vorkommt. Neben verschiedenen Methoden der Nutzerforschung oder Rückmeldungen von Vertriebs- oder Supportteams ist Beta-Testing eine weitere beliebte Methode, um vor der Veröffentlichung Feedback von Ihrer Zielgruppe einzuholen. Nicht ohne Grund ist diese Methode sehr beliebt.

Lesen Sie weiter, um mehr darüber zu erfahren, wie Sie von Beta-Tests profitieren können – und wie Sie diese richtig umsetzen.

Was ist Beta-Testing?

Beta-Testing ist eine Methode, um Nutzerfeedback zu sammeln, indem man einer bestimmten Nutzergruppe oder Mitgliedern der allgemeinen Zielgruppe nicht veröffentlichte Versionen oder ein neues Produkt zur Verfügung stellt. Diese Gruppe(n) testen dann die Beta-Version Ihres Produkts in einer realen Umgebung und geben ihr Feedback ab. 

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Sie als Product Manager nutzen das Feedback Ihrer Beta-Tester – der Personen, die das Produkt für Sie testen – um vor der großflächigen Veröffentlichung für Ihre Nutzerbasis noch weitere Anpassungen vorzunehmen.

Cori Widen

Notiz

Sie haben vielleicht schon von Alpha-Testing oder ähnlichen Begriffen wie Dogfooding gehört. Beim Alpha-Testing wird eine unveröffentlichte Version Ihres Produkts anderen Personen in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation zur Verfügung gestellt und um deren Feedback gebeten. Dies ist das erste, interne Feedback, mit dem Sie Ihre Beta-Version verfeinern, bevor Sie sie an Beta-Tester weitergeben.

Alpha-Testing hilft dabei, größere Fehler oder größere Funktionsprobleme vor Ihrem geschlossenen Beta-Test zu identifizieren. Eine spezifische Gruppe ausgewählter Tester außerhalb Ihres Unternehmens gibt anschließend noch differenzierteres, praxisorientiertes Feedback, um das Kundenerlebnis insgesamt zu verbessern.

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Wie Beta-Testing bessere Erlebnisse für echte Nutzer schafft

Wenn sich Produkt- und Softwareentwicklungsteams schon länger mit neuen Ideen und Features beschäftigen, kann es als Product Manager dazu kommen, dass man selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht und einen frischen Blick von außen braucht. Sie wissen, dass Sie noch nicht bereit sind, das Produkt neuen Nutzern vorzustellen, aber Sie brauchen dringend Feedback von den Endnutzern, um sicherzustellen, dass Sie in puncto Nutzererlebnis in die richtige Richtung gehen.

Hier kommt Ihr guter Freund ins Spiel: Beta-Testing.

Beta-Testing ermöglicht es Ihnen, Fehler aufzuspüren, Feedback zu Grundkonzepten einzuholen, Nutzbarkeitsprobleme zu erkennen und ein allgemeines Gefühl dafür zu bekommen, welchen Einfluss Ihre Entwicklungen auf Ihre Nutzer und Zielgruppe haben. Es ist ein „sicherer“ Weg, Erkenntnisse von echten Nutzern zu gewinnen, ohne das Risiko einzugehen, wichtige Kennzahlen negativ zu beeinflussen, wenn Sie etwas zu früh allen Usern bereitstellen. 

Fragen Sie jeden in Ihrem Netzwerk, der schon einmal Beta-Testing durchgeführt hat – die Erkenntnisse führen fast immer zu höherer Kundenzufriedenheit. Und wofür arbeiten wir letztlich, wenn nicht dafür?

Wie Sie in 4 einfachen Schritten einen Beta-Test durchführen

Der Prozess des Beta-Testings mag einschüchternd wirken, wenn Sie ihn noch nie durchgeführt haben. Tatsächlich ist es jedoch eine ziemlich unkomplizierte Methode, die sich relativ einfach in den Produktentwicklungszyklus integrieren lässt. Hier ist unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie vorgehen.

Schritt 1: Die Beta-Test-Vorbereitung

Auch wenn Ihr unveröffentlichtes Produkt oder die neue Version bereits einsatzbereit ist, sollten Sie Zeit und Mühe in die Planung Ihres Beta-Tests stecken. Das gilt es zu tun, bevor Sie Ihre Teilnehmer suchen und loslegen:

beta test prep work infographic

Nachdem Sie all diese Überlegungen und Vorbereitungen getroffen haben, können Sie Ihre Testgruppen zusammenstellen und das Feedback einholen.

Schritt 2: Rekrutierung Ihrer Beta-Tester

Es mangelt nicht an Möglichkeiten, wie Sie Ihre Teilnehmer gewinnen können! Wer infrage kommt und wie Sie diese ansprechen, hängt von der Kultur Ihrer Organisation und Ihren Zielen für das Beta-Testing ab. Hier einige gängige Methoden:

  • Nutzen Sie eine bestehende Nutzer-Community: Vielleicht verfügt Ihr Unternehmen bereits über einen Slack-Channel mit Power-Usern oder eine Facebook-Gruppe, in der Ihre Nutzer sich über Ihr Produkt und verwandte Themen austauschen.
  • Nutzen Sie eine externe Plattform: Plattformen wie UserTesting.com und UserInterviews.com helfen Ihnen, entweder eigene Nutzer oder Mitglieder der Zielgruppe anzusprechen, die Ihr Produkt bisher noch nicht genutzt haben. Ein Vorteil dieser Tools ist, dass sie – sofern Sie das wünschen – die Bezahlung der Teilnehmer übernehmen und Ihnen helfen, Nutzer zu finden, die bestimmte Betriebssysteme oder sonstige Kriterien erfüllen.

Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, legen Sie fest, wie und wann Sie mit Ihren Beta-Testern kommunizieren, und bereiten Sie sich darauf vor, das Feedback eintrudeln zu sehen!

Schritt 3: Erwartungen setzen und den Beta-Test starten!

Als Nächstes müssen Sie Ihrer Beta-Testgruppe detaillierte Anweisungen und Zugang zu Ihrem neuen Produkt oder der noch unveröffentlichten Version geben.  Hier ist eine Checkliste, um sicherzustellen, dass Sie Ihren Beta-Testern alles mitteilen, was sie wissen müssen und einen reibungslosen Ablauf gewährleisten:

  • Wie erhalten sie Zugang zur Betaversion Ihres Produkts? Handelt es sich um eine mobile App? Einen Prototypen im Web? Geben Sie ihnen genaue Informationen und, falls nötig, die Anmeldedaten für die Testumgebung.
  • Gibt es technische Anforderungen oder Kompatibilitätsprobleme? Müssen sie iOS nutzen? Android? Einen bestimmten Browser? Informieren Sie die Tester rechtzeitig.
  • Erklären Sie, wie und wann sie ihr Feedback geben sollen. Wenn Sie ein Feedback-Formular vorbereitet haben, sagen Sie ihnen, wie sie darauf zugreifen können und in welchem Zeitraum es ausgefüllt werden sollte. Wenn Sie einen weniger strukturierten Ansatz gewählt haben, fordern Sie sie auf, nach Belieben und im angegebenen Kommunikationskanal ihr Feedback zu teilen.
  • Machen Sie klar, dass sowohl positives als auch konstruktives Feedback äußerst hilfreich ist. Menschen sind gerne nett. Doch wenn Sie nützliches Feedback möchten, brauchen Sie Ehrlichkeit. Weisen Sie Ihre Beta-Tester ausdrücklich darauf hin, dass auch das kritischste, negativste Feedback ein sinnvoller Bestandteil des Beta-Test-Prozesses ist und dass ihr Feedback, sowohl positiv als auch negativ, dazu beiträgt, Ihr Produkt besser zu machen.
  • Danken Sie ihnen ausdrücklich! Ganz gleich, ob Ihre Beta-Tester bezahlt werden oder nicht: Beta-Testing und ehrliches Feedback geben ist eine tolle Sache. Lassen Sie sie wissen, dass sie ein wichtiger Teil Ihres Produktentwicklungsprozesses sind und Sie ihre Zeit und Mühe sehr zu schätzen wissen.

Schritt 4: Feedback der Beta-Tester analysieren und Maßnahmen ableiten

Wenn ich meine persönliche Meinung äußern darf: Das ist der spannende Teil! Wie auch immer Sie das Feedback gesammelt haben - jetzt liegt es vor. Nun gilt es, es zu kategorisieren, zu analysieren und zu entscheiden, wie Sie damit umgehen.

Eine der gebräuchlichsten Methoden zur Analyse von Beta-Test-Feedback ist das sogenannte "Affinity Mapping" mit Tools wie Miro oder FigJam. "Affinity Mapping" ist ein Design-Framework, mit dessen Hilfe Feedback oder sonstige Erkenntnisse gruppiert und daraus bedeutungsvolle Zusammenhänge abgeleitet werden können.

Haben Sie das Feedback analysiert, bleibt der wichtigste Schritt: Erstellen Sie eine Liste mit konkreten Aktionspunkten. Nutzen Sie die Erkenntnisse aus dem Beta-Test und legen Sie fest, welche Produktanpassungen noch umgesetzt werden, bevor Sie dieses Produkt oder die neue Version für alle Nutzer freigeben.

Cori Widen

Author's Tip

Denken Sie an Ihre wichtigsten Kennzahlen, wenn Sie die Aktionspunkte aus Ihren Testergebnissen priorisieren. Was haben Sie gelernt, das Produktauswirkungen hat und Ihre wichtigsten KPIs vermutlich beeinflusst?

Viel Erfolg beim Beta-Test!

Was Sie gerade gelesen haben, ist eine wirkungsvolle Methode zur Kundenvalidierung, bevor Sie etwas für Ihre gesamte Nutzerbasis veröffentlichen. Ein gut durchgeführter Beta-Test liefert Ihnen garantiert jede Menge wertvoller Einblicke, die das Nutzungserlebnis Ihres Produkts deutlich verbessern können.

Vergessen Sie außerdem nicht, den Newsletter des CPO Club zu abonnieren und regelmäßig wertvolle Insights rund um das Thema Produkt und das Sammeln und Nutzen von Nutzerfeedback zu erhalten!

Cori Widen

Cori Widen leitet derzeit das UX Research Team bei Lightricks. Sie arbeitete zehn Jahre in der Tech-Branche in verschiedenen Produktmarketing-Rollen, bevor sie ihre Leidenschaft für das Verständnis der Nutzer entdeckte und in die Forschung wechselte.