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Es gibt Millionen von Apps da draußen. Viele sind sehr erfolgreich, aber die meisten nicht. Welche Schritte unternehmen erfolgreiche App-Entwickler, die sie von den erfolglosen unterscheiden? Im Rahmen dieser Serie hatte ich das Vergnügen, mit Guido Petrelli zu sprechen.

Guido Petrelli ist ein erfahrener Konzernmanager und Gründer & CEO von Merlin Investor, einem Fintech-Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Zugang zu Investmentstrategien zu demokratisieren und eine Software für Marktanalysen, strategische Investitionsplanung und Portfolioüberwachung für Privatanleger anzubieten. Junge Menschen zu befähigen, potenziell katastrophale Verluste zu begrenzen und finanziell frei zu werden, ist seine größte Motivation. Bevor er Merlin Investor gründete, war Guido mehr als ein Jahrzehnt lang Chief Financial Officer und Chief Operating Officer eines multinationalen Automobilkonzerns, wo er für die globale Expansion des Unternehmens sowie für dessen weltweite Vertriebs- und operativen Tätigkeiten verantwortlich war. 

Vielen Dank, dass Sie bei uns sind! Bevor wir starten, möchten unsere Leser Sie gerne etwas besser kennenlernen. Können Sie uns etwas über Ihre Herkunft und Ihre Kindheit erzählen?

Ich wurde in Italien in einer Kleinstadt und aus einer Mittelstandsfamilie geboren und bin dort aufgewachsen. Für die High School bin ich nach Kanada gezogen und habe dort mein Diplom erworben, bevor ich für das Studium der Betriebswirtschaft und Finanzen zurück nach Italien gegangen bin.

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Nach meinem Hochschulabschluss bin ich nach Singapur gezogen und habe im Bereich Unternehmensberatung europäische Firmen bei der Expansion in den asiatisch-pazifischen Raum unterstützt.

Danach trat ich einem multinationalen Automobilunternehmen bei und war etwa 14 Jahre lang als Chief Financial Officer und Chief Operations Officer tätig. Während dieser Zeit konzentrierte ich mich darauf, die globale Präsenz des Unternehmens auszubauen und mehrere Standorte von Grund auf neu zu eröffnen. Die meiste Zeit war ich weltweit unterwegs, um das Geschäft zu leiten, vor allem in den USA. Das war der Moment, in dem ich angefangen habe, mich für die Welt der Technologie und ihre Anwendung im Finanzsektor zu begeistern, was mich letztlich dazu inspirierte, Merlin Investor zu gründen.

Die meisten von uns leben schon viel länger als es Apps gibt. Was waren Ihre Hobbys und Interessen in Ihrer Jugend, bevor jemand wusste, was eine „App“ ist?

Ja, Sie haben definitiv recht, die meisten von uns gibt es schon viel länger als Apps! Heute ist es schwer, sich ein Leben ohne Apps vorzustellen, aber als ich aufwuchs, sah ich das noch ganz anders. In meiner Kindheit habe ich die meiste Zeit Sport getrieben (vor allem Fußball, da dieser in Italien quasi eine Religion ist), Zeit mit Freunden verbracht und Reisen genossen. Ich habe aber auch gerne an den Finanzmärkten gehandelt – ein Hobby, das mir geholfen hat, Merlin Investor zu gründen.

Ich war gerade einmal sechzehn, als ich mein erstes Depot eröffnete und anfing, Aktien zu kaufen und zu verkaufen – ein außergewöhnliches Hobby für mein Alter, aber ich war fasziniert von der Welt des Tradings und wollte meine Leidenschaft weiter ausbauen. Wer hätte damals gedacht, dass ich später ein Unternehmen gründe, das eine Gemeinschaft junger Privatanleger dabei unterstützt, die eigene finanzielle Zukunft in die Hand zu nehmen.

Können Sie eine lustige Geschichte über einen Ihrer größten Fehler zu Beginn teilen? Was haben Sie daraus gelernt?

Jeder Fehler hat seinen Preis – und eine wichtige Lektion, die hoffentlich langfristig den Preis aufwiegt. Je größer der Fehler, desto höher der Preis und damit auch die Bedeutung der Lektion. Einer meiner größten Fehler passierte, als man mir eine scheinbar sehr vielversprechende, fast lebensverändernde, „sichere“ Investmentmöglichkeit vorstellte, die in kurzer Zeit hohe Rendite liefern sollte. Ich vertraute dem Berater, der dafür warb, und investierte – verlor aber alles. Ich habe gelernt, dass man nicht über Nacht reich wird und dass etwas, das sicher, einfach und lohnend erscheint, nicht immer auch so ist. Ich habe auch verstanden, dass es Zeit, harte Arbeit und einen schrittweisen Ansatz braucht, um nachhaltige und langfristige Erträge zu erzielen. 

Aber lassen Sie uns hier nicht zu ernst werden. Ein weiterer Fehler unterlief mir, als ich eine Niederlassung in China besuchte und eine Mitarbeiterin gerade aus dem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrte. Im lockeren Bürogespräch fragte ich, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen habe und ob sie darüber glücklich sei. Sie erwiderte, dass es ein Mädchen geworden sei, sie aber lieber einen Jungen gehabt hätte. Mir fiel nichts Besseres ein als „Keine Sorge, beim nächsten Mal bekommen Sie bestimmt einen Jungen“, doch an ihrem Gesicht erkannte ich, dass meine Worte sie nicht wirklich beruhigten. Wenige Tage später erfuhr ich, dass Familien in China damals nicht mehr als ein Kind haben durften. Auch das war eine Lektion: Unterschätzen Sie nie die Bedeutung Ihrer Worte, wenn Sie mit Menschen aus anderen Kulturen und Hintergründen zu tun haben – etwas, das für Sie harmlos wirkt, kann in den Augen anderer ganz anders ankommen. 

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Mir begegnen oft zwei „Typen“ von App-Entwicklern: Menschen, die für App-Entwicklung und Technologie brennen, und Menschen, die eine App entwickeln, um ein bestimmtes Problem zu lösen. Zu welcher Kategorie zählen Sie sich und wie kamen Sie dazu?

Ich gehöre ohne Zweifel zu denjenigen, die eine App entwickeln, um ein Problem zu lösen. Ich habe mein Unternehmen aus einem persönlichen Bedürfnis heraus gegründet, in der Überzeugung, dass ich nicht der Einzige bin, der dieses Bedürfnis verspürt. 

Wie bereits erwähnt, habe ich schon in jungen Jahren mit dem Trading begonnen. Von Anfang an war mir jedoch klar, dass das Ausführen eines Trades eher eine sekundäre und untergeordnete Rolle im gesamten Investmentprozess spielt. Der Schwerpunkt muss auf dem strategischen Teil des Zyklus liegen. Mit diesem Bewusstsein habe ich gelernt, dass der Schlüssel zu langfristigen, stabilen Ergebnissen darin liegt, eine ausgewogene und diversifizierte Investmentstrategie zu entwickeln, um die verschiedenen Risiken des Investierens zu mindern und zu steuern. 

Jahrelang habe ich zeitaufwändige und komplexe Tabellen erstellt, um meine eigene Anlagestrategie zu entwickeln, zu analysieren und zu verfolgen, bis ich mich selbst fragte, ob es nicht etwas Einfacheres, Schnelleres und für jeden Nutzbares gibt – unabhängig vom Wissen oder der Erfahrung. Also begann ich, den Markt nach einer App zu durchsuchen, die meine Tabellen ersetzen könnte, und war überrascht, dass ich nichts fand, was auch nur annähernd meinen Vorstellungen entsprach. 

Mir war klar, dass viele andere Privatanleger genau dasselbe Problem hatten wie ich, auch wenn sie es vielleicht noch nicht erkannt hatten. Also entschied ich mich, eine Plattform zu bauen, die all diese Tabellen ersetzt – so entstand Merlin Investor.

Unternehmertum ist ein Marathon, kein Sprint – aber manchmal scheint es beides gleichzeitig zu sein. Was hat Sie motiviert, Ihr erstes minimal funktionsfähiges Produkt zu entwickeln, und wie haben Sie Ihr Engagement seitdem aufrechterhalten?

Ja, ich wünschte, Unternehmertum wäre ein Sprint, aber in Wirklichkeit ist es ein „Sprint-Marathon“. 

Meine Motivation, Merlin Investor zu gründen, war es, Privatanleger – insbesondere Anfänger – über die Bedeutung von Anlagestrategie und Risikostreuung als Schlüssel zum Erfolg und als Schutz vor katastrophalen Verlusten wie bei einer Glücksspiel-Mentalität aufzuklären. 

Ich hoffe, die Idee zu vermitteln, dass Investieren für jeden von Vorteil sein kann, aber nur, wenn wir den Zugang zum gesamten Prozess einschließlich Analyse und Strategie demokratisieren – nicht nur zum Handel selbst. Zum Beispiel hat die Autoindustrie zwar den Zugang zur Mobilität demokratisiert, aber die Fähigkeit, ein Auto zu fahren, schenkt uns die Freiheit, nicht das Auto allein.

Was würde passieren, wenn wir jedem einen Ferrari geben würden, ohne eine Fahrstunde?

Wenn man Strategie und Taktik kombiniert, kann man einen echten Demokratisierungsprozess aufbauen, statt nur die Mittel ohne das Wissen bereitzustellen. Mit anderen Worten: Die Mission von Merlin Investor ist, dass jeder – wirklich jeder – mit den richtigen Werkzeugen finanzielle Freiheit erreichen kann. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass Investieren viele Menschen aus einem Job befreien kann, den sie nicht mögen, aber aus Pflichtgefühl behalten. Deshalb sehen wir es bei Merlin Investor als unsere Aufgabe, alle Menschen mit dem nötigen Wissen und den Tools auszustatten, um beim Investieren erfolgreich zu sein, denn professionelles Investieren muss nicht schwer und nur Experten vorbehalten sein. Das war von Anfang an meine Motivation und ist es auch heute noch.

Können Sie uns ein wenig über Ihre App erzählen? Wie hilft sie Menschen? Was macht sie Ihrer Meinung nach besonders? Worauf sind Sie am meisten stolz? 

Die Merlin App ist ein multi-asset-basiertes Bildungs-, Strategie- und Überwachungstool für persönliche Anlagestrategien. Sie ist für jeden Privatanleger geeignet und ergänzt jede Handelsplattform. Wir haben die Plattform um drei Hauptbereiche entlang des Investmentzyklus aufgebaut: Inspirations-, Strategie-Management- und Überwachungsbereich. 

Im Inspirationsbereich können Nutzer den Markt erkunden und Daten sowie Stimmungen zu potenziellen Investments einholen. Verschiedene Informationsquellen – wie technische Indikatoren, Wirtschaftskalender, soziale Netzwerke und mehr – werden gebündelt, damit Investoren sich einen vollständigen Überblick über Investitionsmöglichkeiten an einem einzigen Ort verschaffen können. Im Strategie-Management können Nutzer dann beliebig viele Anlagestrategien erstellen, indem sie gezielt verschiedene Anlageklassen auswählen, die sie ihrem Portfolio hinzufügen möchten, oder sie verbinden ihre Bankkonten, Handelsplattformen und Wallets, um ihr bestehendes Portfolio automatisch zu importieren. Wir unterstützen die Strategieerstellung mit allen Arten von Assets – von Aktien, Anleihen, Indizes, Währungen bis hin zu Krypto, NFTs, Immobilien, Sammlerstücken und mehr. Schließlich können Nutzer ihre Investitionen verfolgen, analysieren, vergleichen, Backtests durchführen und die Strategien individuell grafisch auswerten. Unsere Widget-Bibliothek bietet rund 40 Dashboards zur Auswahl, um Inspirationen zu bekommen, welche Assets man kaufen oder wie man die Portfolio-Performance analysiert und überwacht. 

Dank dieser App kann die Merlin-Investor-Community klügere und strategischere Entscheidungen treffen und ihr Risiko beim Investieren besser streuen. Die Idee, Merlin Investor zu entwickeln, kam mir vor einem Jahr, und ich bin sehr stolz darauf, was wir seither geschafft haben.  In so kurzer Zeit haben wir ein vollständiges, voll funktionsfähiges Produkt für Desktop und Mobilgeräte entwickelt und im Markt eingeführt. Ich finde, unser Produkt bietet so viele nützliche und gleichzeitig zugängliche Funktionen für den gesamten Investmentzyklus, dass es wirklich einzigartig in diesem dicht besetzten Markt ist.

Wie viele Nutzer oder Abonnenten hat Ihre App derzeit ungefähr? Können Sie unseren Lesern drei der wichtigsten Schritte nennen, wie Sie eine so große Community aufgebaut haben?

Unsere Desktop-Plattform wurde vor etwa drei Monaten eingeführt, während die App erst vor einem Monat gestartet ist. Merlin Investor hat bereits über tausend Nutzer, und es werden immer mehr. Ich bin persönlich überzeugt: Um eine Community zu bilden, muss man zuerst geben, bevor man etwas zurückerwartet. Deshalb lag unser Fokus anfangs nicht so sehr auf dem Verkauf des Produkts, sondern darauf, unsere Community zu Anlagefragen und der Bedeutung von Strategie und Risikostreuung aufzuklären. Unser Geschäftsmodell ermöglicht es den App-Nutzern, Merlin Investor kostenlos zu abonnieren und die Grundfunktionen der Plattform auszuprobieren. So kann jeder Teil unserer Community werden, sich mit anderen austauschen und sich mit den Vorteilen vertraut machen, die unser Produkt für ein cleveres und diszipliniertes Investieren bietet. Außerdem schulen und unterstützen wir die Merlin-Investor-Community auch über unsere Marketingkanäle und fördern so dieselben Werte.   

Wie sieht Ihr Monetarisierungsmodell aus? Wie verdienen Sie Geld mit Ihrer Community? Haben Sie auch andere Monetarisierungsoptionen in Erwägung gezogen? Warum haben Sie diese nicht verwendet? 

Wir arbeiten mit einem Freemium-SaaS-Preismodell und bieten vier verschiedene Abonnementpakete an; das erste Paket ist kostenlos, die anderen drei Pakete bieten zusätzliche Funktionen gegen Bezahlung. Die Stufen sind wie folgt:

  • Camelot: Das Basispaket und erster Schritt in das Reich der Anlagestrategien. Für die Nutzer fallen keine Kosten an.
  • Lancelot: Nutzer können auf mehr Funktionen zugreifen und tiefer eintauchen, um ihre Investitionen besser zu verstehen. Dies kostet $13.49 pro Monat. 
  • Excalibur: Diese Stufe ist für Anleger gedacht, die erfahren genug sind, um sehr mächtige, aber auch sehr risikoreiche Anlagen zu verwalten. Nutzer zahlen $26.99 pro Monat. 
  • King Arthur: Für unsere fortgeschrittensten Anleger. Die Nutzer können die volle Leistung der Plattform entfesseln und sind bereit, in die Schlacht zu ziehen und die Truppen zum Sieg zu führen. Das Komplettpaket kostet $44.99 pro Monat. 

Die Entscheidung, ein kostenloses Paket anzubieten, unterstützt unsere Mission, den Zugang zu Anlagestrategien zu demokratisieren, während die anderen Pakete eingeführt wurden, um unseren Nutzern zu ermöglichen, die Plattform entsprechend und in ihrem eigenen Tempo zu skalieren. Wir erwägen auch Partnerschaften, die den Handel innerhalb der Plattform als zusätzliche Einnahmequelle ermöglichen würden, aber wir haben uns entschieden, diesen Weg nicht zu verfolgen, um unserer Mission treu zu bleiben und nicht als weitere Handelsplattform wahrgenommen zu werden. Das heißt nicht, dass wir es niemals hinzufügen werden, aber falls wir es implementieren, wird es zu einem Zeitpunkt geschehen, an dem unsere Community fest versteht, dass dies nicht der Kern unserer Plattform ist, sondern nur eine weitere Funktion, die es ihnen ermöglicht, den vollständigen Investitionszyklus innerhalb unserer Plattform abzuschließen.

Können Sie unseren Lesern von der ungewöhnlichsten Taktik berichten, die Sie eingesetzt haben, um ein Produkt zu testen, zu vermarkten oder Feedback zu erhalten? Was haben Sie ausprobiert, was war daran einzigartig und was kam dabei heraus?

In den letzten Monaten haben wir viele Marketing-Tests auf digitalen Plattformen durchgeführt und ebenfalls mit verschiedenen Influencern in sozialen Netzwerken zusammengearbeitet, um besser zu verstehen, über welche Kanäle wir unsere Zielgruppe erreichen, Aufmerksamkeit schaffen und Conversion erzielen können. Wir haben außerdem Umfragen am Markt durchgeführt, um unsere Zielgruppe besser kennenzulernen, und ein Produkt entwickelt, das genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Zu den interessantesten Erkenntnissen zählt, dass über 75% der aktiven Gen-Z- und Millennial-Privatanleger kein spezielles Tool zur Erstellung einer Anlagestrategie nutzen, während die restlichen gezwungen sind, Tabellenkalkulationen – so wie ich früher – zu verwenden und somit ohne Strategie investieren. Dennoch sind etwa 80% der Befragten daran interessiert, mehr über die Bedeutung strategischer Planung zu erfahren, um professioneller zu investieren. Ein weiteres interessantes Ergebnis war, dass mehr als 70% der Befragten sich bei ihrer Anlageentscheidung auf Social-Media-Influencer verlassen. 

Die ungewöhnlichste Taktik, die ich ausprobiert habe, war allerdings, meinen Vater zu bitten, die Plattform zu testen. Obwohl mein Vater nicht zur Zielgruppe gehört und kein Interesse am Investieren hat, habe ich ihn gebeten zu prüfen, ob die Plattform es wirklich ermöglicht, dass selbst Laien – also Menschen, die das Thema eher komplex und nur für Experten halten – Anlagestrategien verstehen können. Ich habe die Plattform also sozusagen gegen jede Wahrscheinlichkeit testen lassen, aber ich muss sagen, dass ich mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden war. Anfangs hatte mein Vater Angst vor dem Thema, da ihm ein finanzieller Hintergrund fehlt, aber nachdem er ein wenig mit der Plattform herumprobiert hat, konnte er alle Grundfunktionen schnell erfassen. Tatsächlich hat er sogar noch Verbesserungsbedarf für kleinere Details gesehen, die wir dann umgesetzt haben.

Lesetipp: 10 beste Produktmarketing-Tools für Ihre Marketingstrategie 

Was sind einige Strategien, die Sie genutzt haben, um Ihre Produkte zu verbessern und ihre Erfolge auszubauen?

Der beste Weg, das eigene Produkt zu verbessern, ist es, dieses wirklich zu beherrschen und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen – und gleichzeitig die Nutzer zu ermutigen, dasselbe zu tun und Feedback zu geben. Wie ich schon früher erwähnt habe, habe ich unsere Plattform aus einem ganz bestimmten Bedarf heraus entwickelt, den ich selbst als Privatanleger hatte. Deswegen habe ich bei der Entwicklung alle Details hinterfragt und mitgeholfen, die Plattform zu gestalten – und tue dies bis heute, um sicherzustellen, dass sie allen ursprünglichen Anforderungen bestmöglich und so einfach wie möglich gerecht wird. Dies ist unsere wichtigste Methode, um immer wieder die Grenzen zu verschieben und das Produkterlebnis für die Community zu verbessern.  

Basierend auf Ihren Erfahrungen und Erfolgen – was sind die fünf wichtigsten Dinge, die man wissen sollte, um eine richtig erfolgreiche App zu entwickeln?

  1. Lernen Sie Ihre potenziellen Nutzer kennen. Wenn Sie Ihre Nutzer nicht gut kennen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie ein Produkt entwickeln, das ihre Bedürfnisse löst. Als allerersten Schritt sollten Sie Ihre Zielgruppe identifizieren. In unserem Fall sind das Gen-Z und Millennials in Nordamerika, die bereits eine Handelsplattform nutzen, da diese Zielgruppe das Wachstum der Handelsplattformen vorantreibt und daran interessiert wäre, ihr Investitionserlebnis durch unser Produkt zu ergänzen. 
  1. Schätzen Sie die Größe Ihres gesamten potenziellen Marktes ein. Dies beginnt mit dem Hauptzielgebiet und wird dann auf andere Länder ausgeweitet, in denen die gleiche Nachfrage besteht oder Sie erwarten, dass sie sich mittel- bis langfristig entwickeln wird – auch wenn sie dort geringer ausfällt. Anschließend sollten Sie einen sehr kleinen Prozentsatz der Gesamtmarktgröße als Grundlage Ihrer Projektionen nehmen, um zu überprüfen, ob die Zahlen Ihren Business Case tragen. Es ist wichtig, dabei sehr konservativ und realistisch vorzugehen, denn nur so lässt sich beurteilen, ob es aus unternehmerischer Sicht wirklich sinnvoll ist, Ihre App zu entwickeln. Meiner Meinung nach kann selbst ein Marktanteil von unter 10 % ausreichen, um ein Unternehmen mit Millionenumsatz aufzubauen – wirtschaftlich würde es Sinn machen, es zu versuchen. Liegen Sie weit über dieser Schwelle, sollten Sie doppelt überlegen, bevor Sie starten, denn Sie müssen sich neben den Herausforderungen einer Neugründung dann auch erheblich im Wettbewerb durchsetzen. Wir sind diesem Ansatz gefolgt und haben uns schließlich zur Umsetzung entschieden, da die Projektionen vielversprechend und für einen kleinen Teil des Zielmarktes stimmig waren. 
  1. Befragen Sie Ihre Zielgruppe. Sobald Sie die Zielnutzer und die Gesamtgröße des Marktes identifiziert haben, sollten Sie Ihre Zielgruppe befragen, um das Produkt vorab zu validieren. Auf diese Weise können Sie feststellen, ob Interesse an der Lösung besteht, die Ihre App bietet. Außerdem können Sie das Interesse an Funktionen und Preismodellen der App analysieren. Dies ist ein entscheidender Schritt, der das Produkt und die Gesamtstrategie, die Sie ursprünglich im Kopf hatten, maßgeblich verändern kann. Wir haben eine Umfrage unter der Generation Z und Millennial-Retail-Investoren in Nordamerika durchgeführt und zahlreiche Informationen über ihr Investitionsverhalten sowie über die Art von Daten und Funktionen gesammelt, die sie als nützlich erachtet hätten. Das hat uns bei der Produktentwicklung sehr geholfen. 
  1. Identifizieren Sie den besten Technologie-Stack. An diesem Punkt sollten Sie bereit sein, mit der Entwicklung Ihrer App zu beginnen. Selbst wenn Sie das beste Produkt im Sinn haben und Ihre Zielgruppe Interesse zeigt, müssen Sie es dennoch entsprechend den Erwartungen ausliefern. Die richtige Kombination aus Technologie-Stack und Entwicklerteam kann Ihre Produktidee zur Realität werden lassen. Für uns war dieser Schritt besonders wichtig, da unser Produkt mit mehreren Technologieanbietern integriert werden musste und unsere erfahrenen Entwickler das Zusammenspiel anschließend gründlich testen mussten. Bevor die eigentliche Entwicklung startete, haben wir mehrere Wochen in die Identifikation, das Studium und das Testen verschiedener potenzieller Anbieter für dieselben Daten und Anwendungsfälle investiert. Nachdem wir die Anbieter aus Produktsicht vorvalidiert hatten, haben wir diese noch miteinander in Wettbewerb gestellt, um den besten Kompromiss zwischen Kosten und Nutzen zu finden. Sie werden sehen, dass sich das Produkt während der Entwicklungsphase weiterentwickelt. Ich empfehle, ausreichend Zeit zu investieren, um einen möglichst umfassenden Infrastrukturplan zu erstellen, ausgehend von den Funktionen, die das Herzstück Ihres Produkts bilden und sich während der Entwicklung voraussichtlich nicht mehr verändern werden. Das hilft Ihnen später Ressourcen zu sparen und stellt sicher, dass das Fundament Ihres Produkts stabil und verlässlich ist.  
  1. Wählen Sie Ihre Entwicklungsmethodik. Nachdem Sie alle vorherigen Schritte durchlaufen haben, sind Sie bereit, eine App zu entwickeln, für die es potenzielle Nutzer gibt, bei der selbst ein geringer Marktanteil ein nachhaltiges Geschäft ermöglicht, für die Sie den erforderlichen Technologie-Stack und die einzubindenden Anbieter sowie das passende Team kennen, das alles zusammenfügen kann. Dennoch kann die gewählte Entwicklungsmethodik einen entscheidenden Unterschied machen – beim Endprodukt wie beim Zeitplan des gesamten Projekts.

    Grundsätzlich gibt es zwei Hauptmethoden zur App-Entwicklung: das Wasserfall-Modell oder das Agile-Modell. Beim Wasserfall-Modell planen und definieren Sie alles von Anfang bis Ende und folgen einem linearen Plan von A bis Z. Beim agilen Ansatz unterteilen Sie die Entwicklung in kurze Zyklen, sogenannte Sprints, in denen Sie stetig lernen und auf dieser Basis die nächsten Schritte anpassen. Ich empfehle auf jeden Fall, bei Startups und neuen Apps den agilen Workflow zu nutzen. Diese Variante bietet wesentlich mehr Flexibilität, um das Produkt unterwegs zu verfeinern und gleichzeitig das Risiko zu reduzieren, bereits geleistete Arbeit zu verlieren oder das Gesamtergebnis zu verzögern. Außerdem bedeutet sie weniger Bürokratie und fördert den Teamgeist, was dem Endprodukt spürbaren Mehrwert verschaffen kann. Durch den Einsatz der agilen Methode bei der Entwicklung der Merlin Investor App konnten wir all diese Vorteile real erleben, Ressourcen sparen und unser Produkt in kurzer Zeit mit einer voll funktionsfähigen Version auf den Markt bringen – so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Wenn Sie eine Bewegung ins Leben rufen könnten, die möglichst vielen Menschen möglichst viel Gutes bringt – wie sähe diese aus?

Tatsächlich war es bei Merlin Investor nie nur das Ziel, ein Produkt zu verkaufen, sondern vielmehr eine Lifestyle-Bewegung zu initiieren, bei der jeder Privatanleger – unabhängig von Sozialstatus, Bildungsgrad oder Investmenterfahrung – zum alleinigen Gestalter seiner eigenen finanziellen Zukunft werden kann. Die Merlin-Plattform dient lediglich als Mittel zum Zweck, um Investoren eine umfassende und nachhaltige Demokratisierung des Investitionsprozesses zu ermöglichen.

Unsere Unternehmensphilosophie richtet sich gegen die Überzeugung, dass nur Experten in der Lage seien, professionell und nachhaltig zu investieren, weil sie Anlagestrategien beherrschen. Deshalb wollen wir mit unserer Community und Plattform all denen, die ihr Leben verändern und das Investieren zu einem neuen Beruf machen möchten, eine echte Chance bieten – indem wir das Bewusstsein für die Relevanz von Anlagestrategien und die Notwendigkeit der Risikostreuung als Voraussetzung für den Erfolg stärken. 

Wie können unsere Leserinnen und Leser Ihre Arbeit online weiterverfolgen?

Zuerst können Sie merlininvestor.com besuchen, um ein besseres Verständnis für unser Unternehmensmanifest, die Produktfunktionen und die Abonnementpakete zu bekommen. Dort können Sie auch in unserem Blog stöbern, in dem wir tief in die faszinierende Welt des Geldes, Investierens, der Markttrends, Nachrichten und vieles mehr eintauchen. Anschließend können Sie uns auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, TikTok und Twitter folgen, um sich rund um das Thema Investieren weiterzubilden, oder auf YouTube, um sich Tutorials anzusehen und mehr über die Nutzung der Plattform zu erfahren. 

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Hannah Clark

Hannah Clark ist die Redakteurin des CPO Clubs. Nach sechs Jahren Erfahrung in der Tech-Branche wechselte sie ins Content-Marketing. Im vergangenen Jahrzehnt arbeitete sie überwiegend in Marketingagenturen und bot freiberufliche Dienstleistungen in Markenbildung und Content-Entwicklung an. Heute ist sie digitale Verlegerin und hat das Privileg, mit den brillantesten Stimmen der Produktwelt zusammenzuarbeiten. Getrieben von unstillbarer Neugier und dem Wunsch, Menschen zu verbinden, ist es ihre Mission, eine lebendige, inspirierende Community von Produktmenschen zu schaffen.













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