Skip to main content

Produktteams stehen unter Druck, zu beweisen, dass sie „mit KI entwickeln“. Führungskräfte möchten KI-Funktionen auf der Roadmap sehen, Investoren wollen in Pitch-Decks von KI-Fähigkeiten hören, und Wettbewerber kündigen KI-Integrationen an – darauf reagieren Teams, indem sie KI-Funktionen hinzufügen.

Auch wenn dies eine nachvollziehbare Reaktion ist, ist sie dennoch fehlgeleitet. Die besten KI-Produkte fügen keine Funktionen hinzu, sondern eliminieren Arbeitsabläufe. Wenn KI richtig funktioniert, muss sie nicht einmal mehr als „KI“ gekennzeichnet werden, weil sie sich so nahtlos ins Produkt integriert, dass sie nicht mehr ablenkt. 88% der Unternehmen setzen mittlerweile KI ein und fast zwei Drittel stecken weiterhin in der Experimentier- oder Pilotphase fest.

Das Problem ist nicht die Technologie – es ist der Ansatz.


Wir behandeln KI wie jede andere Funktion: etwas, das man hinzufügt, ausliefert und hofft, dass die Nutzer es annehmen. Die grundlegende Annahme dahinter: Nutzer werden die Funktion einfach deshalb verwenden, weil sie KI bietet. Aber anstatt KI nur als zusätzliches Feature zu betrachten, glaube ich, dass Teams KI als Mittel sehen sollten, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen. Vielleicht ist das Ziel nicht, einen weiteren Schritt hinzuzufügen, sondern einige zu entfernen.

Want more from The CPO Club?

Sign up for a free membership to complete reading this article:

Step 1 of 2

This field is for validation purposes and should be left unchanged.
Name*
This field is hidden when viewing the form
Key Takeaways

KI-Integration: Effektive KI sollte Arbeitsabläufe vereinfachen und nicht einfach nur Funktionen hinzufügen, die die Benutzererfahrung verkomplizieren.

Workflow-Eliminierung: Erfolgreiche KI-Produkte konzentrieren sich darauf, Prozess-Schritte zu eliminieren, statt einfach nur neue Funktionen zu ergänzen.

Nutzerakzeptanz: Das Hinzufügen von KI-Funktionen garantiert selten die Akzeptanz; das Beseitigen von Reibung ist eine wirkungsvollere Strategie.

Produktfahrplan: Produktteams müssen die Beseitigung von Arbeitsabläufen priorisieren, anstatt bloß KI-Elemente zur Verbesserung der Bedienbarkeit hinzuzufügen.

Wettbewerbsvorteil: Der Fokus auf nahtlose KI-Integration kann einen erheblichen Vorteil gegenüber Wettbewerbern schaffen, die auf sichtbare Funktionen setzen.

Der Wettlauf um KI-Features

Die Geschäftsleitung fordert KI-Funktionen, also prüfen Produktteams ihre Arbeitsabläufe und fragen sich: Wo können wir KI integrieren? Sie landen bei KI-gestützter Suche, intelligenten Vorschlägen, automatischen Zusammenfassungen und klugen Empfehlungen. Diese Funktionen werden gebaut, ausgeliefert und auf Marketingseiten präsentiert. Dann bleibt die Nutzung aus. Die KI-Funktionen liegen ungenutzt in Menüs und Einstellungspanels verborgen. Die Teams reagieren mit noch mehr Features und schaffen so noch mehr Komplexität – und noch mehr Dinge, die sich Nutzer merken müssen.

We’ve collected the goods — AI prompts, exclusive deals, and a library of resources for product leaders. Unlock your account for access.

We’ve collected the goods — AI prompts, exclusive deals, and a library of resources for product leaders. Unlock your account for access.

This field is for validation purposes and should be left unchanged.
Name*
This field is hidden when viewing the form

Wie Elimination aussehen kann

Betrachten Sie die einzelnen Schritte bei der Organisation eines Meetings: Teams schicken sich via E-Mail Kalender-Einladungen hin und her, treten über einen Kalendereintrag bei, machen sich beim Gespräch Notizen, schicken danach ein Zusammenfassungs-Mail, legen Aufgaben im Projektmanagement-Tool an und planen das nächste Meeting. Die meisten KI-Meeting-Tools fügen einen Bot hinzu, der am Gespräch teilnimmt und Notizen macht, eine Funktion, die Zusammenfassungen erstellt, eine weitere für Transkripte, und intelligente Terminvorschläge. Jede Funktion löst einen Teil des Problems – aber jede verlangt vom Nutzer, zu wissen, dass es sie gibt und diese aktiv in den eigenen Arbeitsprozess einzubinden.

Ein eliminierender Ansatz funktioniert anders. Das System kennt bereits die Verfügbarkeit aller, erschließt die Agenda, erfasst automatisch Zusammenfassungen und Transkripte, verteilt Notizen und Aufgaben und plant die nächsten Termine. Die Teilnehmer erscheinen einfach zum Gespräch – alles andere läuft automatisch. Es gibt keine KI-Funktionen, auf die verwiesen werden müsste, denn die Abläufe sind mitsamt der Reibung verschwunden.

Auf Elimination hin entwickeln

Wenn Teams wirklich KI-Produkte bauen wollen, die Nutzer tatsächlich übernehmen, müssen sie ihre Herangehensweise an die Roadmap ändern. Statt nach Möglichkeiten zu suchen, KI hinzuzufügen, sollte überprüft werden, wo Reibung beseitigt werden kann.

Beim Eliminieren von Arbeitsabläufen müssen Teams ausreichend Reibung auf einmal entfernen, damit das neue Nutzererlebnis wirklich besser ist als das alte. Halb eliminierte Arbeitsabläufe sorgen nur für Verwirrung darüber, was automatisiert ist und welche Schritte weiterhin manuell erledigt werden müssen.

Das erfordert auch mehr Mut. KI-Funktionen auszuliefern ist sicher – falls sie niemand nutzt, kann das Team sagen: Sie sind da, wenn sie gebraucht werden. Arbeitsabläufe zu eliminieren ist riskant, denn wenn die KI nicht verlässlich funktioniert, fehlt den Nutzern vielleicht plötzlich etwas Wichtiges. Genau deshalb gewinnen Produkte mit Elimination-Fokus: Sie zwingen Teams dazu, die KI wirklich verlässlich zu machen.

Die eigentliche Frage

In Ihrem nächsten Teammeeting würde ich Ihre Kolleg:innen fragen: Entwickeln wir, um zu zeigen, dass wir KI einsetzen, oder entwickeln wir, um das Produkt wirklich besser zu machen?

Wenn das Ziel ist, zu beweisen, dass KI vorhanden ist, werden laufend neue Features hinzugefügt. Ist das Ziel aber, das Produkt zu verbessern, sollten sich Teams fragen, was durch KI entfernt werden kann. Das eliminiert Oberflächen, beseitigt Entscheidungspunkte und löscht komplette Abläufe – und schenkt den Nutzern weniger Komplexität.

Während die Konkurrenz hektisch Roadmaps voller sichtbarer KI-Funktionen veröffentlicht, liegt die echte Chance darin, Produkte zu bauen, bei denen Nutzer die KI gar nicht identifizieren können. Was könnten Sie durch KI einfach weglassen?

Bleiben Sie in Kontakt!

Vergessen Sie nicht, unseren Newsletter zu abonnieren, um weitere Ressourcen und Leitfäden fürs Product Management zu erhalten – sowie aktuelle Podcasts, Interviews und weitere Einblicke von Branchenexpert:innen und führenden Persönlichkeiten.